Nachbarschaft

Mach’s gut, Hirsch & Hase!

Das beliebte Gastro-Pub „Hirsch & Hase“ in der Brunnenstraße hat sich Anfang August von seinen Stammgästen und dem Kiez verabschiedet. Jetzt ist es geschlossen.

Die Abschiedsparty des „Hirsch & Hase“ Anfang August war richtig gut besucht. Foto: Dominique Hensel
Die Abschiedsparty des „Hirsch & Hase“ Anfang August war richtig gut besucht. Foto: Dominique Hensel

Für gelegentliche Besucherinnen und Besucher kam der Abschied des „Hirsch & Hase“ überraschend und auch die anwesenden Stammgäste bei der sehr gut besuchten Abschiedsparty wussten den Grund für die Schließung nicht. Die beiden Betreiber Fraser MacCabe und Emma Dutton wollten am letzten Abend auch weder über die Gründe noch über die Zukunft sprechen. Nur so viel: Sie bleiben in Berlin. Keine Fragen beantworten, lieber noch einmal feiern wollten die beiden und hatten zu einer Party im Biergarten des Gastro-Pubs eingeladen – mit Bier gegen Spende und kostenfreiem Buffet, DJ-Musik und einem vollen Haus. Gefeiert wurde bis spät in den Abend und bis die Nachbarn sich Ruhe und das Ende der Abschiedsparty erbaten.

Für den Kiez ist der Abschied dieses Lokals ein besonders bitterer, denn das beliebte Mini-Restaurant war der aktuelle Höhepunkt in der kulinarischen Landschaft des Brunnenviertels. Orte, um abends auszugehen, ein Bier an der Bar und interessante Kleinigkeiten aus der Küche zu probieren, gibt es im Kiez eher weniger. Zumal auch gemütliche Biergärten wie der des Pubs keine Spezialität des Brunnenviertels sind.
Vor vier Jahren hatte das „Hirsch & Hase“ eröffnet. Die beiden Betreiber – sie Engländerin, er Schotte – wollten damals ein Stück Heimat nach Berlin bringen. „Ein Gastro-Pub ist eine Mischung aus Bar und Restaurant. So etwas ist in Deutschland noch unüblich, aber wir wollten unbedingt das typisch britische Pub-Feeling nach Berlin bringen“, sagte Fraser MacCabe bei der Eröffnung im Interview mit dem Kiezmagazin. Auf den Teller kamen folgerichtig englisch-schottische Tapas: kleine, aber raffinierte Häppchen. Auch das schottische Nationalgericht, Haggis, stand öfter auf der Karte. Whiskeycreme zum Nachtisch und sonntags dann den Sunday Roast, den Sonntagsbraten – so liebten die Fans ihr Gastro-Pub. In der Corona-Zeit gab es Sonntagsbraten zum Mitnehmen und auch digitale Kochevents. Fußballübertragungen – zuletzt das Finale der Frauen-Fußball-Europameisterschaft – gehörten genauso zum Repertoire wie kleine Konzerte, das Weddinger Eschenbräu-Bier oder gelegentliche DJ-Musik.

In dem kleinen Pavillon in der Brunnenstraße 73 haben sich bereits einige Gastronomen versucht. Vor dem „Hirsch & Hase“ servierte das „Volta“ Bar-Food der gehobenen Klasse, ältere Brunnenviertler erinnern sich, dass hier früher im „Brunnenpavillon“ Bouletten und Bier auf der Karte standen. Bleibt abzuwarten, wer hier mit welchem Konzept als nächstes zu Tisch und Tresen bittet.

Fraser MacCabe und Emma Dutton sind die Betreiber des Hirsch & Hase in der Brunnenstraße 73. Foto: Manfred Böhm
Fraser MacCabe und Emma Dutton sind die Betreiber des Hirsch & Hase in der Brunnenstraße 73. Foto: Manfred Böhm

Text: Dominique Hensel, Fotos: Dominique Hensel, Manfred Böhm

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