Menschen im Kiez

Die Freude am Leben trieb ihn an

Kunst war ihm wichtig, für das Thema Barrierfreiheit hat er sich leidenschaftlich eingesetzt. Manchmal konnte er beiden Themen sogar verbinden. Die regelmäßigen Leserinnen und Leser des Kiezmagazins kennen Alex Koch auch als Autoren. Im Juli ist der engagierte und lebensfrohe Brunnenviertler unerwartet gestorben.

Alex Koch freute sich vor zwei Jahren über die neue Rampe beim Quartiersmanagement Ackerstraße. Foto: Dominique Hensel

Alex Koch war ein Mensch, der sich für seine Themen eingesetzt hat: mit Nachdruck und Ausdauer, immer konstruktiv, immer höflich. Liebenswert war er und sehr vermisst wird er, das konnten die Teilnehmenden der Trauerfeier am 12. August auf dem evangelischen Domfriedhof in der Liesenstraße 6 spüren. Er saß im Rollstuhl und hatte ein ganzes Netzwerk an Unterstützer:innen und Helfenden um sich, die ihre Aufgabe mit Freude erfüllten. Denn mit Alex Koch an einem Problem arbeiten, eine Hürde überwinden, bedeutete pragmatische Lösungen austüfteln, postitiv an Probleme rangehen und trotz aller Einschränkungen mit viel Lebensfreude durch den Tag gehen.

Auf seinem Weg hat Alex Koch sich immer wieder engagiert. Er war Vorsitzender des Behindertenbeirats in Mitte, war im Quartiersrat Brunnenstraße und gründete seinen eigenen Verein, den Rollers e.V. Mit ihm bewertete und kritisierte er zum Beispiel Rollstühle im Stil der Stiftung Warentest, um die Hersteller zu Veränderungen zu motivieren. In einem eigenen Projekt im Brunnenviertel beschäftigte er sich mit Barrieren und deren Überwindung. Er wurde ein gefragter Berater in Fragen der Barrierefreiheit, zum Beispiel für Wohnungsunternehmen. Sein Wissen als Architekt und seine Fähigkeiten als Künstler halfen ihm, seine Themen voranzubringen.

Alex Kochs Grabstelle auf dem Friedhof in der Liesenstraße. Foto: Dominique Hensel

Der Bürgerredaktion war Alex Koch von Anfang an verbunden. Er schrieb im Kiezmagazin über Barrieren im Kiez, über Aktionen seines Vereins und stellte sein Wissen und seine Recherchen im Kiez stets zur Verfügung. Er hat das Kiezmagazin gern gelesen und die Bürgerredaktion unterstützt, wenn es Zeit und Gelegenheit dafür gab.

„Er hinterlässt durch sein vielfältiges und kompromissloses Engagement eine Lücke, die nicht zu füllen sein wird“, schreibt der Behindertenbeirat des Bezirks Mitte in seinem Nachruf. „Es waren nicht Zorn oder Verbitterung, die ihn antrieben, sondern Freude am Leben, der Sinn für Demokratie und Gerechtigkeit und die Weigerung, Diskriminierung und Alltagsbarrieren als gegeben hinzunehmen“, heißt es weiter sehr treffend.

In seinem Kiez hat Alex Koch viele Freunde gewonnen. Ganz besonders nah stand er dem Team der Galerie oqbo in der Brunnenstraße. Doch auch viele andere werden ihn vermissen als Kämpfer für die Belange Behinderter, als humorvoller und kompromissloser Mensch, als Künstler, als Nachbar im Brunnenviertel oder wie es auf seiner Trauerfeier formuliert wurde: als alter Hippie im Herzen.

Auch der Brunnenviertel e.V. würdigt Alex Koch in persönlichen Erinnerungen, die online zu finden sind: www.brunnenviertel.de/alex-koch-gestorben/

Text und Fotos: Dominique Hensel

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