Historisches

Gestern und heute: die Himmelfahrtkirche

Himmelfahrtkirche

Die Himmelfahrtkirche im Humboldthain anno 1902. Foto: Archiv Ralf Schmiedecke

Blick von der Ramler- zur Brunnenstraße auf den ursprünglichen Standort der evangelischen Himmelfahrtkirche im Humboldthain anno 1902 und heute.

Als Tochterkirche von St. Elisabeth entstand ab 1890 am Rand des Volksparks und an der Grenzstraße, die Himmelfahrtkirche. Zu jener Zeit stieg die Anzahl der zu betreuenden Seelen in den neuen Wohngebieten der nördlichen Brunnenstraße stark an. Der Architekt August Orth (1828–1901) schuf den auf einer fünf Meter hohen Erhebung stehenden neoromanischen Bau mit Rundbogenformen aus gelben Backsteinen und Terrakotta mit seinem 67 Meter hohen Turm. Im Inneren mit den drei Emporen befanden sich über tausend Sitzplätze. Die festliche Weihe fand am 4. Juli 1893 in Gegenwart des Kaiserpaars Wilhelm II. und Auguste Viktoria statt. Eindrucksvoll war auch das große Altarfenster, das die Himmelfahrt Christi zeigte.

Die Stelle, an der die Kirche einst stand. Foto: Ralf Schmiedecke

Direkt hinter der Himmelfahrtkirche im Humboldthain entstand der dritte Berliner Verteidigungsbau. Der große Hochbunker mit Flakturmstellungen wurde im April 1942 fertiggestellt. Eine Woche vor Kriegsende 1945 sprengte man die Kirchturmspitze, um ein freies Schussfeld nach Osten zu schaffen. Britische und amerikanische Bomber hinterließen eine Kirchenruine, dessen Reste am 14. Juli 1949 gesprengt wurden. Hier erweiterte man den Rosengarten.

Da auch das Gemeindehaus in der Ramlerstraße 3 völlig ausgebrannt war, fanden unter anderem die Gottesdienste zunächst in der ehemaligen Gaststätte „Im Grund“ in der Ramlerstraße 28/Ecke Swinemünder Straße 65 statt, wo es aber nur 150 Plätze gab. Die Gemeinde beschloss, südlich des alten Standortes in der Gustav-Meyer-Allee 2 den Neubau der Himmelfahrtkirche (seit 2001 „Kirche am Humboldthain“) nach Plänen von Otto Bartning zu errichten, der 1956 geweiht wurde.

Auf Initiative des Vereins Berliner Unterwelten wurde am 2. Mai 2015, etwa 70 Jahre nach Kriegsende, ein archäologisches Fenster mit den erhaltenen Grundmauerresten der alten Himmelfahrtkirche und einer bebilderten Informationstafel eröffnet.

Das rechts auf dem historischen Bild zu sehende Mietshaus wurde kriegszerstört. Hier entstand Anfang der 1950er-Jahre eine Filiale von „bilka“ (ein Akronym für Billig-Kaufhaus), die zum Hertie-Konzern gehörte. Um 1985 entstand eine neue Wohnbebauung.

Text und Foto: Ralf Schmiedecke, historisches Foto: Archiv Rald Schmiedecke

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