Menschen im Kiez

Anpacken für einen schönen Kiez

Cecilia Stickler mag es, wenn es vor ihrem Haus sauber und ordentlich ist. Sie findet es auch schön, wenn es im Frühling und Sommer vor ihrer Tür blüht. Deshalb engagiert sich die Schwedin seit sieben Jahren für ihr Wohnumfeld am Vinetaplatz.

Sie selbst bezeichnet sich oft als „die verrückte Mülltante vom Vinetaplatz“. Doch verrückt ist Cecilia Stickler nicht. Sie ist vielmehr engagiert. Bereits vor sechs Jahren hat sie begonnen, in ihrem Umfeld Müll aufzusammeln. Windeln, Pizzapackungen, Reklameblättchen, Plastiktüten, Taschentücher findet sie rund um ihr Haus, ohne lange zu suchen. Mehrmals in der Woche zieht sie mit Greifer und Mülltüte los.

Cecilia Stickler ist 1967 mit Anfang 20 aus Schweden nach Deutschland gekommen, vor sieben Jahren zog sie von Frankfurt/Main an den Vinetaplatz. In Berlin gefällt es ihr eigentlich gut, aber an den Schmutz auf den Straßen kann sie sich nicht gewöhnen. „In Schweden ist es viel sauberer. In Stockholm wird Müll innerhalb von zwölf Stunden weggeräumt, Graffiti an öffentlichen Gebäuden innerhalb von 24 Stunden entfernt“, erzählt sie von ihrem zweiten Zuhause. „Ich kann mich einfach nicht damit abfinden, dass es hier so dreckig ist.“

Vor drei Jahren hat Cecilia Stickler eine Frühjahrsputzaktion am Vinetaplatz organisiert, an der sich viele Nachbarn beteiligten. Seit 2016 wird die engagierte Müllsammlerin von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) mit speziellen Mülltüten für ihr Engagement unterstützt. „Wir finden das Engagement von Frau Stickler super“, schrieb Pressesprecherin Sabine Thümler. „Wir freuen uns natürlich über jeden und jede, die als ‚Kehrenbürger‘ mit uns an einem sauberen Berlin arbeitet.“

Nicht nur die BSR würdigte Cecilia Sticklers Einsatz für die Sauberkeit. 2016 wurde sie zusammen mit weiteren Nachbarn für das Projekt „Wir, die Vinetaplatz-Kümmerer“ vom Bezirksamt Mitte mit dem Umweltpreis Mitte ausgezeichnet. Geehrt wurde der ehrenamtliche Einsatz für einen sauberen Vinetaplatz sowie für die Begrünung und Pflege der Blumenkübel vor ihrem Haus. Weil der Bezirk kein Geld für die Grünpflege hatte und seitens der Anwohner Interesse am Gärtnern bestand, war die Bepflanzung der Kübel vor sechs Jahren an die Anwohner übergeben worden. Cecilia Stickler ist seitdem eine der aktiven Pflanzschalengärtnerinnen.

Von ihren Mitmenschen wünscht sich die engegierte Frau: „Bitte schau dich um! Unser Kiez ist doch schön. Lass ihn schön bleiben. Trage für deinen Müll deine ganz eigene Verantwortung!“

Text und Foto: Dominique Hensel

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