Barrierefreiheit

Einwurfhelfer machen’s leichter

Auch Menschen mit Behinderung produzieren Müll. Doch wie entsorgt man diesen Müll, wenn man zu klein ist, um den Deckel des Müllcontainers zu öffnen, oder wenn man nur einen Arm zur Verfügung hat? Es gibt verschiedene Systeme, die helfen sollen.

Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) haben sich über den behindertengerechten Müllplatz Gedanken gemacht und auf einem Betriebshof in Tempelhof eine Demonstrationsanlage mit verschiedenen Lösungen aufgebaut. Im Rahmen des vom Quartiersmanagement Brunnenstraße geförderten Projekts „Bewegungsfreiräume“ hat sich der Rollers e. V. diese Lösung angesehen.

Der Einwurfhelfer arc32

Der arc32 soll die Abfallentsorgung für Rollstuhlfahrer, kleinere Menschen oder ältere Personen erleichtern. Der Einwurfhelfer neigt die Tonne um 32 Grad nach vorn. Damit wird die Einwurfhöhe reduziert. Die schräg stehende Standardmülltonne weist dann eine deutlich niedrigere Einfüllhöhe auf als ihre aufrecht stehende Schwester. Die Tonne lässt sich vom Rollstuhl aus gut bedienen. Den Teilnehmern der Besichtigung gefällt diese Idee.

Versenkbare Müllbehälter

Mülltonnen können auch auf versenkbaren Plattformen stehen. Zum Befüllen der Behälter hebt sich der Grubendeckel und der Hubtisch kann elektrisch auf die zum Einfüllen geeignete Höhe gefahren werden. Diese Lösung schien den Teilnehmern der Besichtigung in der jetzigen Form weniger geeignet für die Bedienung aus dem Rollstuhl. Es fehlt ihnen ein Überfahrschutz zwischen Hubtisch und Grube, sodass man mit den kleinen Lenkrädern eines Rollis nicht so leicht in den Spalt zwischen Grube und Hubtisch geraten kann. Zudem ist es schwierig, den Tonnendeckel nach hinten hochzuklappen. Das schaffen nur Rollstuhlnutzer mit langen Armen oder mit gut trainierter Rumpfmuskulatur.

Unterflursystem mit Einwurfschacht

Auch hier steht der unterirdische Müllsammelbehälter auf einem Hubtisch, bleibt jedoch die meiste Zeit an seinem Platz. Die Befüllung erfolgt über einen Einwurfschacht, der auf der Grubenabdeckung angebracht ist. Lediglich zum Entleeren der Müllcontainer wird der Deckel samt Einfüllschacht und Müllcontainer hochgefahren.

Die von der BSR vorgestellten Lösungen betrachtet der Rollers e. V. als erste Ansätze hin zu behindertengerecht gestalteten Müllplätzen. Dennoch kann die Lösung nicht alleine bei der BSR gesucht werden. Architekten und Wohnungswirtschaft sind aufgerufen, an der Verbesserung der Zugänglichkeit im Sinne eines „Design for All“ aktiv mitzuwirken.

Mehr über den Besuch des bei der BSR gibt es online: http://bit.ly/2IeKrzN

Text: Alex Koch, Foto: BSR/Tom Peschel

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