Allgemein/Stadtentwicklung

Mehr Mülleimer, bitte!

Eine Anwohnerin aus der Wattstraße berichtet von ihrem erfolgreichen Einsatz für zusätzliche Müllbehälter im Kiez.

Ende 2015 bin ich aus der Brunnenstraße (Alt-Mitte) in die Wattstraße gezogen. Ich hätte nicht gedacht, dass knapp 1000 Meter Entfernung eine ganz neue Erfahrung bedeuten. Die Wattstraße mochte ich sofort. Ich freute mich auf die neue Nachbarschaft, die schönen alten Bäume vor dem Haus und die ruhige Umgebung.

Überrascht war ich nach dem Umzug von der starken Verschmutzung der Straße und der Gehwege. Am Sportplatz und vor dem Schulgelände sammelten sich Reifen, Schuhe und Matratzen. Müll wurde über den Zaun geworfen. Besonders weh tat mir, die vielen Kippen in den Baumscheiben zu sehen. Passanten urinieren dorthin und Hundekot wird liegen gelassen. Ich finde, es macht etwas mit Menschen, wenn es immer dreckig ist. Es wird noch dreckiger, und die Hemmungen, Müll einfach auf den Boden zu schmeißen, sinken weiter. Irritiert hat mich, dass auch vor der täglich genutzten Sportanlage keinerlei orange Mülleimer zu sehen waren. Im Frühjahr 2016 zählte ich in der Strelitzer Straße und Wattstraße bis zur Ecke Usedomer Straße auf knapp 500 Metern einen einzigen Behälter.

Ich wandte mich an Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel. Es verging einige Zeit, aber ich bekam eine Antwort. Er teilte meine Meinung bezüglich der fehlenden Müllbehälter und verwies mich an die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR). Daraufhin rüstete die BSR etwas auf: Anfang 2017 zählte ich zwei Mülleimer mehr. Das Fass zum Überlaufen brachte die Laubphase im vergangenen Jahr, während der die Wattstraße über Wochen aussah wie eine Müllhalde. Ich wandte mich an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und nutzte das Schreiben des Bürgermeisters als Türöffner. Mit dem Smartphone dokumentierte ich regelmäßig die Verschmutzungen. Einen Film schickte ich an die Presse- und Facebook-Redaktion der BSR.

Es verging wieder einige Zeit und ich musste nachhaken, aber dann kamen die Dinge ins Rollen. Die BSR machte selbst eine Begehung, und die Leiterin des Regionalzentrums Mitte, Christiane Franke, bot mir an, gemeinsam mit dem Quartiersmanagement weitere sinnvolle Plätze für neue Papierkörbe auszusuchen. Anfang dieses Jahres machten wir eine Begehung. Das Ergebnis: Es gibt fünf neue Müllbehälter in der Usedomer Straße, Wattstraße und Stralsunder Straße. Darüber freue ich mich. Ich habe viel gelernt zum Thema Reinigung von Straßen und Gehwegen und gemerkt, dass es sehr viele engagierte und fachkundige Menschen gibt in den damit befassten Verwaltungen. Jetzt hoffe ich, dass die neuen Mülleimer genutzt werden, damit unsere Straßen sauberer und lebenswerter werden.

Text und Foto: Ulrike Peter

Ein Kommentar zu “Mehr Mülleimer, bitte!

  1. Liebe Ulrike Peter, Schwester im Geiste. Ich stimme allem zu was Du schreibst und bewundere dich für Deinen Kampfgeist. Ich räume am Vinetaplatz auf und habe die Hoffnung bald aufgegeben. Obwohl 10 meter neben der Bank sich ein Müllbehälter befindet wird der Müll entweder liegen gelassen – oder wenn es hochkommt in die Baumscheibe geworfen. Bis ich von hier ins Altersheim ziehe, drehe ich morgens still meine Runden und wundere mich über die Menschen. Und die App zum Ordnungsamt glüht bei mir..

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