Bildung/Stadtentwicklung

Mehr Platz für mehr Schulkinder

Die Schülerzahlen steigen, besonders in den Berliner Grundschulen wird es eng. Auch das Brunnenviertel ist von diesem Trend betroffen. Durch einen modularen Ergänzungsbau sollen deshalb an der Gustav-Falke-Grundschule 288 neue Schulplätze entstehen.

Anfang September ging in Berlin für 441.330 Kinder die Schule los. Vielerorts wurde dabei wieder deutlich, dass die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind. Insbesondere im Grundschulbereich bekommen das die Beteiligten durch volle Klassen sowie zu wenige Lehrer und Räume zu spüren. Auch im Brunnenviertel sind diese Probleme Alltag.

Die Gustav-Falke-Grundschule in der Strelitzer Straße. Sie soll einen modularen Erweiterungsbau erhalten.

Gingen Bevölkerungsexperten jahrzehntelang von sinkenden Schülerzahlen aus, müssen die Schätzungen nun deutlich nach oben korrigiert werden. Größere Klassenstärken, Personalmangel und Platzmangel auf Schulhöfen sind aktuelle Themen. Und es geht noch weiter: Insbesondere im Bereich der Grundschulen wird ein starkes Anwachsen der Schülerzahlen prognostiziert. Bis 2025 sollen in Berlin deshalb 86.000 neue Schulplätze geschaffen werden. Was bedeutet das für den Kiez? Ist das Brunnenviertel auf die wachsende Schülerzahl vorbereitet? Welche Maßnahmen werden vom Bezirk und vom Land Berlin ergriffen?

Nachdem im Rahmen eines Monitoring-Verfahrens 2016 „notwendige Investitionen in die Infrastruktur im Schulbereich“ aufgeführt wurden, wird es jetzt konkret. Im Doppelhaushalt 2018/19 ist der Bau von 55.000 zusätzlichen Schulplätzen vorgesehen. Das soll durch Neubauten, Schulsanierungen und sogenannte modulare Ergänzungsbauten (MEB) erfolgen.

Anders als in der Vergangenheit wird die Finanzierung nicht das Hauptproblem sein. Der anhaltende Berlin-Boom, wie auch der viele Jahre eisern durchgehaltene Konsolidierungskurs haben in finanzieller Hinsicht Früchte getragen: Land und Bezirken stehen ausreichend Mittel zur Verfügung.

Im Brunnenviertel sind die Heinrich-Seidel-Grundschule, die Vineta-Grundschule und die Gustav-Falke-Grundschule beheimatet. Die rein statistisch in den kommenden Jahren zusätzlich im Viertel benötigten 288 Schulplätze sollen an der Gustav-Falke-Grundschule entstehen. Der damit verbundene Ausbau wird mit einer Investitionssumme von 16 Millionen Euro die größte Sanierungsmaßnahme im Bezirk Mitte. Grundsätzlich ist hier die Bezirksverwaltung zuständig. Allerdings ist allen Beteiligten klar, dass die Bezirke diese Aufgabe nicht allein bewältigen können. Deshalb wurde vereinbart, dass bei Sanierungen über 10 Millionen Euro das Land in die Bresche springen soll.

Für die Gustav-Falke-Grundschule ist ein MEB mit angeschlossener Mensa geplant. Seit 2014 wurden in Berlin bererits 18 dieser modularen Ergänzungsbauten errichtet. Sie entsprechen dem Qualitätsstandard herkömmlicher Schulgebäude, sind barrierefrei und in vielen Räumen mit interaktiven Whiteboards ausgestattet. Eine bei der Senatsverwaltung angesiedelte AG für Schulraumqualität hat bereits im Vorfeld der Baumaßnahmen Konzepte erarbeitet. Denn: Natürlich wünschen sich die Eltern auch im Brunnenviertel neben besten Lehrkräften eine zeitgemäße Ausstattung. Nur so können moderne Unterrichtskonzepte erprobt und etabliert werden.

Text: Rike Stoffregen
Foto: Dominique Hensel


Hier entstehen modulare Ergänzungsbauten

Im Bezirk werden mehr Schulplätze im Grundschulbereich benötigt. An vielen Orten entstehen nun Erweiterungsbauten, meist als modulare Ergänzungsbauten (MEB). Im Brunnenviertel soll die Gustav-Falke-Grundschule so erweitert werden. Doch auch andere Schulen werden ausgebaut. In unmittelbarer Nähe sind kürzlich bereits zwei MEB in Betrieb genommen worden. So hat die Papageno-Grundschule an der Bergstraße einen Erweiterungsbau erhalten. Auch die Humboldthain-Grundschule an der Grenzstraße greift seit Schuljahresbeginn auf einen MEB zurück. Die Schule nutzt bis 2020 ein Gebäude an der Chausseestraße Ecke Boyenstraße. Der gelbe MEB wird später Teil der neuen, vierzügigen EuropaCity-Schule, in der Kinder in 24 Klassen lernen werden. Dafür wird aber noch ein weiteres Gebäude errichtet. Bis dahin kann die Humboldthain-Grundschule den Bau als Filiale nutzen.

Weitere Schulplätze in Mitte sollen perspektivisch durch Erweiterungen entstehen, etwa an der Möwensee-Grundschule, dem John-Lennon-Gymnasium, der Anna-Lindt-Schule und der Albert-Gutzmann-Schule.

Text und Foto: Dominique Hensel

Modularer Fertigteilbau in der Chausseestraße Ecke Boyenstraße. Er wird vorübergehend von der Humboldthain-Grundschule genutzt.

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