Historisches/Mitmachprojekte

Blick zurück ins Heute

Im Herbst startet im Brunnenviertel eine Geschichtswerkstatt. Das neue Projekt im Kiez lädt Nachbarn zur Spurensuche entlang der Brunnenstraße ein.

Es gibt nicht viele Stadtteile in Berlin, die so wenig Geschichte zu haben scheinen wie das Brunnenviertel. Dieser Eindruck entsteht vielleicht vor allem wegen der Bebauung. Im Rahmen der Stadtsanierung wurde fast das ganze Viertel abgerissen, Bewohner wurden umgesiedelt. Von der langen Geschichte des Viertels ist heute kaum mehr etwas zu sehen. Doch der erste Eindruck trügt. Der Kiez zwischen Mauerpark und Park am Nordbahnhof hat eine besonders bewegte Historie.

Die Geschichtswerkstatt wird ab Herbst entlang der Brunnenstraße auf Spurensuche gehen. Das Projekt lädt die Menschen aus dem Kiez dazu ein, zusammen auf vergangene Zeiten zurückzublicken.

Ich führe das Projekt mit der Archivarin und Fotografin Sulamith Sallmann durch. Ich selbst habe an der Humboldt-Universität Geschichte studiert. Für den Stadtteilverein Brunnenviertel e.V. habe ich bereits einige geschichtliche Kurse und Workshops durchgeführt. Zu diesen Veranstaltungen kamen stets viele Gäste. Ich hoffe, dass das Interesse auch jetzt groß ist. Sulamith Sallmann und ich organisieren nun unter dem Dach das Stadtteilvereins die Geschichtswerkstatt. Das Projekt wird zwei Jahre lang mit Fördermitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“ vom Quartiersmanagement Brunnenstraße unterstützt.

Neben dem Aufbau eines Archivs und der Errichtung eines Nachdenkmals im öffentlichen Raum soll es Erzählcafés geben. Hobbyhistoriker aus dem Kiez werden alte Fotos zeigen und überraschende Einblicke in die Geschichte des Kiezes geben. Auch Zeitzeugen und Nachbarn aus dem Viertel sollen zu Wort kommen. Der Blick zurück soll den Blick auf die Gegenwart schärfen, denn was heute selbstverständlich ist, ist irgendwann entstanden. Alle Veranstaltungen der Geschichtswerkstatt werden geleitet sein von der Frage: Was hat das Vergangene mit dem Heute zu tun?

Text: Andrei Schnell
Fotomontage: Sulamith Sallmann

Für die Kontaktaufnahme zu den Geschichtswerkstatt-Organisatoren: andrei.schnell@googlemail.com

 

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