Mitmachprojekte/Stadtentwicklung

Elstergarten: Wie Mieter ihren Hinterhof begrünen

In einem Hinterhof in der Graunstraße hat in den vergangenen Monaten ein Mietergarten Gestalt angenommen. Das Projekt „Brunnengärten – Grünräume nachbarschaftlich stärken“ und die degewo haben dabei geholfen.

In einer der ersten Gartensprechstunden, die im Rahmen des Projekts „Brunnengärten – Grünräume nachbarschaftlich stärken“ im Freizeiteck“ stattgefunden haben, kam ein Bewohner der Graunstraße 33 mit dem Wunsch, einen Hinterhofgarten einzurichten, auf die Landschaftsarchitekten der gruppe F zu. In einem benachbarten Hof gab es bereits einen kleinen Garten, in dem die NachbarInnen Stachelbeeren, Salate und Co. anpflanzen – unterstützt durch die degewo, die auch Eigentümer der Häuser um die Graunstraße 33 ist.

Auch an die Tiere wurde gedacht

Die Idee eines Mietergartens im Hof der Gebäude um die Graunstraße 33 gefiel auch der degewo gut und so wurde im April per Aushang und Brief zu einem ersten Treffen auf der Fläche eingeladen. Viele NachbarInnen folgten der Einladung und sammelten gemeinsam Ideen und Wünsche für den Garten. Hochbeete sollte es geben, in denen Obst und Gemüse wachsen kann, und auch Beerenhecken und Obstgehölze standen hoch im Kurs. Neben dem Gärtnern sollte es auch Picknickbänke geben, um gemeinsam mit den NachbarInnen im Garten zusammensitzen zu können. Und auch an die Tiere wurde gedacht: ein Insektenhotel, ein Vogelhaus sowie ein Igelhotel sollte es geben. Da viele Familien mit kleinen Kindern in den umliegenden Häusern leben, sollte auch ein Durchgang zum Spielplatz geschaffen werden und Freifläche zum Spielen erhalten bleiben.

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Die vielen Ideen der Anwohnenden wurden in Pläne übertragen und in einem zweiten Treffen nur zwei Wochen später vorgestellt und diskutiert. In einer Minimalvariante waren Hochbeete, eine Kräuterspirale, Sitzelemente sowie ein Zaun mit Beerenhecke und ein Vogelhaus vorgesehen. In einer Maximalvariante wurde zudem das Anlegen einer Durchwegung und eines Durchgangs zum Kinderspielplatz sowie die Aufwertung des Müllplatzes dargestellt. In beiden Varianten wurde der Zugang zu Wasser mitbedacht: Nahe der Hofeinfahrt gibt es eine Handschwengelpumpe auf dem Gehweg, mit der zunächst gegossen werden könnte. Anzustreben war jedoch die Reaktivierung eines Außenwasserhahns durch die degewo. Im zweiten Treffen entschied sich, welche Elemente noch im gleichen Jahr gebaut werden sollten und womit noch bis zum zweiten Jahr gewartet werden müsste. Außerdem wurde beschlossen, einige Pflanzen bereits auf dem Balkon vorzuziehen. Für die degewo ergab sich der Bedarf, die Maximalvariante und das Thema des Wasserzugangs zu prüfen.

Beim dritten Treffen bekam der Garten einen Namen

In einem dritten Treffen wurden letzte Fragen für den Aufbau des Gartens gemeinsam geklärt, über einen Finanzplan gesprochen und nach einem Namen für den Garten gesucht: Fortan hieß er Elstergarten. Über den Aktionsfonds konnten zwei Picknickbänke sowie zwei abschließbare Kisten für Gartengeräte und Co. angeschafft werden. Die Kosten für Hochbeete, Erde und weitere Materialien trug die degewo. gruppe F unterstützte das Projekt im Rahmen der Brunnengärten organisatorisch und planerisch.

Ende Juni wurden die Hochbeet-Bausätze geliefert. Mit vereinten Kräften wurden die ersten fünf Hochbeete zusammengeschraubt, mit Hasendraht als Schutz vor ungewünschten Gästen versehen und Noppenfolie als Schutz vor Nässe befestigt. An einem Vormittag wurden mehrere Kubikmeter Häcksel und Erde mit Schubkarren von der Bordsteinkante in die Beete im Hinterhof gefüllt. So konnten die vorgezogenen Pflanzen im Sommer schließlich in den Hinterhof ziehen, in dem nun acht Parteien, vor allem junge Familien, gemeinsam Salat, Radieschen, Erdbeeren und vieles mehr anbauen.

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Am 19. Juli wurde der Garten schließlich mit einem Fest ganz offiziell eröffnet. Mit dabei waren neben der Gartengruppe weitere NachbarInnen sowie VertreterInnen von Quartiersmanagement, KiezKlima-Projekt und gruppe F. Mit einem großen Picknick wurde das Erreichte gemeinsam gefeiert und ein Clown sorgte mit seinem Auftritt bei den Kindern für Freude.

Im Herbst sollen Beerensträucher gepflanzt werden

Die GärtnerInnen planen bereits eine Vergrößerung des Gartens: Die Kräuterspirale und ein Vogelhaus möchten sie gerne selbst bauen und möglicherweise noch weitere Hochbeete anschaffen. Die alten Berberitzen-Sträucher sollen im Herbst entfernt und dafür Beerensträucher gepflanzt werden. Außerdem warten die GärtnerInnen noch auf einen Wasseranschluss im Hof sowie Feedback zum Umsetzen der Maximalvariante. Auf einen Zaun möchten sie zunächst verzichten.

Mittlerweile organisiert sich die Gartengruppe über einen Mailverteiler selbst, an zwei Tagen pro Woche treffen sich die GärtnerInnen: donnerstags von 17-19 Uhr und sonntags zwischen 10-12 Uhr. Interessierte aus dem Brunnenviertel sind herzlich eingeladen, den Elstergarten und die engagierten NachbarInnen bei den regelmäßigen Gartentreffs kennenzulernen.

Text: Bettina Walther

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