Bildung/Streifzüge im Kiez

Bücherwürmer auf Nahrungssuche

Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Seidel-Grundschule erkundeten die Bibliothek am Luisenbad und fanden dabei jede Menge Futter für ihren Medienhunger.

Kinder der Heinrich-Seidel-Grundschule erkunden die Bibliothek am Luisenbad.

Kinder der Heinrich-Seidel-Grundschule erkunden die Bibliothek am Luisenbad.

In der Heinrich-Seidel-Grundschule treffen sich regelmäßig Leseexperten: Im vergangenen Schuljahr waren es zehn Viertklässlerinnen und Viertklässler, die gern und viel lesen. Was lag für diese Gruppe also näher, als auch einmal einen Blick hinter die Kulissen einer öffentlichen Bibliothek zu werfen? Unter der Leitung von Petra Wiese, Pädagogin der tjfbg gGmbH im Lese- und Literaturzentrum der Heinrich-Seidel-Grundschule, machten sich die Kinder im Rahmen des Projektes „Bibliothek mobil“ an mehreren Nachmittagen auf den Weg zur Bibliothek am Luisenbad. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“ gefördert.

Adam und Jinan beschreiben zunächst den Weg: „Wir starteten an der Heinrich-Seidel-Grundschule in der Ramlerstraße. Und gingen mit unserer Lesegruppe zur U-Bahn-Station Gesundbrunnen und fuhren los. An der nächsten Station mussten wir schon aussteigen, und zwar an der U-Bahn-Station Pankstraße. Da sieht man die Brüder Boateng auf einer Hauswand. Dann liefen wir die Badstraße hoch bis zur Travemünder Straße, Hausnummer 2. Dort befindet sich die Bibliothek am Luisenbad.“

Beim ersten Besuch waren die Umgebung und die Geschichte des Ortes interessant: Hier, direkt an der Panke, gab es früher eine Heilquelle, der der Ortsteil Gesundbrunnen seinen Namen verdankt. Das Verwaltungsgebäude und die Bibliothek sind durch einen unterirdischen Gang verbunden. Dieser Gang wirkt auf die Leseexperten zunächst ein wenig unheimlich – ob hier wohl ein Quellgeist namens Luise spukt?

Birgit Thomsmeier hilft einem Mädchen, ein Buch im großen Bücherregal zu finden.

Birgit Thomsmeier hilft einem Mädchen, ein
Buch im großen Bücherregal zu finden.

Heidi hat sich mit der Geschichte beschäftigt und herausgefunden, dass die Bibliothek benannt wurde nach „Königin Luise Auguste Wilhelmine Amalie Herzogin zu Mecklenburg von Preußen. Sie wurde am 10. März 1776 in Hannover geboren und starb am 19. Juli 1810 auf Schloss Hohenzieritz.“ Aber vielleicht hat sie ja auch einmal von dem Wasser aus dem „gesunden Brunnen“ getrunken?

Ibrahim und Hassan erklären die Bibliothek: „Es gibt Bücher, CDs, DVDs, Blue-Rays und anderes, dazu auch noch Konsolenspiele und Zeitschriften. All diese Sachen nennt man Medien. Bücher kann man vier Wochen, CDs zwei Wochen ausleihen.“

Auch Rana, Ferdane und Sarah entdeckten die unterschiedlichen Medien und Angebote: „Eigentlich ist es doch langweilig, wenn nur Bücher in der Bibliothek zu finden sind, vor allem für Kinder und Jugendliche. Aber zum Glück kann man sich DVDs, CDs, Comics und sogar Hörbücher ausleihen.“ Es gibt auch Computer, „an denen man schulische Aufgaben lösen kann und sogar spielen darf.“ Und: „Bücherreihen von Romanen, Fantasy, Bestsellern bis zu Zeitschriften für Erwachsene, Sportbüchern und noch vieles mehr.“

In der Kinderbibliothek fanden Ferdane und Sarah „Tierbücher, Märchenbücher in Fremdsprachen, Guinness World Records 2016. Es gibt auch Brettspiele oder Kartenspiele.“ Und: „Zeitschriften: Girl, Kids, Galileo (genial) und jetzt die Comics: Micky Maus, Witch, Petterson und Findus. Außerdem gibt es noch Bücher für Eltern.“

Ein Mädchen probiert den Rückgabeautomaten aus.

Ein Mädchen probiert den Rückgabeautomaten aus.

Lina und Yusuf, die beiden Rechercheprofis, suchten ihr Lieblingsbuch „Die wilden Hühner“. So gingen sie vor: „Auf einem Computer ist ein Programm, das OPAC heißt. Damit kann man Bücher finden. Wir gehen auf ,Suche’ und schreiben: ,Die wilden Hühner’. Es ergibt 46 Treffer, aber es sind nicht nur Bücher, sondern auch E-Books, DVDs, CDs und andere Medien. Wir schränken die Treffer ein, wir klicken ,Buch’ an, und wir erhalten 19 Bücher. Wir finden viele Titel, und wir suchen uns ein Buch aus.“ Alle Medien in der Bibliothek haben ihren festen Platz. Mit den Angaben im OPAC lässt sich der genaue Standort aber leicht ermitteln: „Jetzt wissen wir, wo das Buch steht. Wir gehen zum Regal und holen das Buch.“

Natürlich haben auch andere Kinder ihre Lieblingstitel verraten. Ferdane liest gern die Bücher von Julia Boehme, besonders „Conni und das Hochzeitsfest“. Jinans Favorit ist „Conni geht auf Klassenfahrt“. „Conni geht in den Zoo“ ist ebenfalls beliebt. Adam mag die „Fußball-Haie“. Und für jüngere Geschwister empfiehlt Sarah ihr früheres Lieblingsbuch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Ibrahim und Hassan erklären, wann man in die Bibliothek kommen kann: „Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 10 bis 19.30 Uhr und Samstag 10 bis 14 Uhr.“ Ranas Fazit: „Hier gibt es immer was Neues zu entdecken.“

Die dem Brunnenviertel nächstgelegenen Bibliotheken sind die Philipp-Schaeffer-Bibliothek, Brunnenstraße 181, und die Bibliothek am Luisenbad, Travemünder Straße 2.

Text: Birgit Thomsmeier
Fotos: Dominique Hensel

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